Montag, 30. August 2010

Du fragst mich, ob etwas zwischen uns steht

Weil es dir schon lange nicht gut mit uns geht

Du wünscht dir mehr Nähe

Und damit ich verstehe

Teilst du dich mir mit:

Du fühlst uns zu dritt

Ich, du und mein Wunsch alleine zu sein

Ich will zu dir gehören

Warum klemmst du mich ein?

Ich verliere mich selbst

Weil du mich hälst

Ich habe Angst

Das du zuviel verlangst


Dein Lächeln ist ein Fordern

Und dein Weinen ein Befehl


Bitte nimm es mir nicht übel

Doch ich tanz lieber allein

Kann ich nicht mir dir

Dennoch ganz ich selber sein?

Verzeih mir mein Bedenken

Ich will mich dir nicht schenken

Und mit deinem Erwarten

Hast du ziemlich schlechte Karten

Nenn mich Egoist

Doch ich weiß, die Wahrheit ist

Ich will lieber gemeinsam

einsam

zusammen

allein sein


Ich hab Angst nach deinen Regeln zu leben

Und dann Stück für Stück mich selbst aufzugeben

Und nach paar Jahren erkennst mich nicht mehr

Und was du an mir liebtest gibt es dann nicht mehr.


Drum lächel´ ohne Fordern

Und wein´ ohne Befehl


Und lass uns gemeinsam

einsam

zusammen

allein sein

Sonntag, 29. August 2010

Es ist Freitag 7:30h - meine Mitbewohnerin kommt in mein Zimmer und ich versuche verschlafen zu verstehen, was sie von mir will " irgendein Typ hat versucht dich an zu rufen - ich glaub es war der Pole..." DER Pole bezieht sich auf eine der vielen Erlebnisse von meiner Reise. Ich hatte da mal einen polnischen Feuerkünstler in einer der Fußgängerzonen Schottlands kennengelernt.

Ich rufe also zurück und werde zwischen Wind und Motorgeräuschen angeschrien "I AM DRIVING!..." :) Nach einigen weiteren versuchen schaffen wir es dann aber doch vernünftig miteinander zu reden. Er und sein Freund Michael sind mit ihren Bikes auf dem Weg nach Polen, klar können sie vorbei kommen zum Frühstücken. Kurz nach 10:00 werde ich wieder angerufen - sie wären dann mal kurz in Brugge gehalten um sich die Stadt an zu schauen. "In 1,5 Stunden sind wir da..." Ja, klar! (wem man will, passen 370km UND eine Stadtbesichtigung in 1,5 Stunden - man muss es nur wirklich wollen :) ) .... ich muss lachen und überlege mir dann ob ich vielleicht doch zur Arbeit gehen sollte.
Um 18:30 sind sie dann da und wir haben eine unglaublich gute Zeit!

Ich hab die beiden mit in "meine" Kneipe auf der anderen Seite der Straße genommen, wir reden über Kunst, Träume, Gott und - tja dann setzt sich ein betrunkener, einsamer Mann an unseren Tisch, gibt uns eine Runde aus und gibt mir DAS Kompliment meines Lebens (so, jetzt passt mal auf)

"In zehn Jahren wärest du die perfekte Frau für mich. Weißt du, ich bin mal Obdachlos gewesen..." Wirklich in EINEM SATZ! Wo ist da bitte der Zusammenhang? ;)

Na, auf jeden Fall wurden dann aus den ursprünglichen Plänen, gleich weiter zu fahren ein " wir fahren morgen früh um vier. Als wir um halb drei schlafen gingen, sprachen sie von irgendwann zwischen 7 und 8h und als der Wecker um 9h immer noch weiter gesneezed wurde beschloss ich Frühstück zu machen. Um 12h sassen wir noch gemütlich um den Tisch - ach, das ist doch ein herrlicher Umgang mit der Zeit

Die Realität holt einen jedoch wieder ein. Jetzt werde ich am Montag und Dienstag die Arbeitsstunden nachholen müssen, die verpasst habe. Das ist aber halb so wild finde ich - das Leben macht Spass!

Sonntag, 22. August 2010

Bin wieder im "Nest" im wahrsten Sinne des Wortes - nicht nur weil der Ort Wiedenest heißt und weil wir kuschelig von bewaldeten Bergen umgeben sind... nein, die Zeit hier (drei Jahre Ausbildung) ist auch ein wenig wie Ideen ausbrüten und fliegen lernen - schön, aber auch frustrierend manchmal. naja

Die letzte Woche mit meiner Familie war einfach nur schön - sein wir mal ehrlich, was wären wir ohne sie?! Menschen, die uns manchmal besser kennen, als wir uns selbst, Menschen, die uns einfach über jeden Scheiss den wir produzieren hinweg lieben und nach einem Pilgern durchs Weltgeschehen fühlt es sich unheimlich gut an "zurück zu kommen" zu Menschen, bei denen man ungefragt dazu gehört... :)

Nun, jetzt liegt aber Arbeiten an meiner Schule vor mir - hmm... ich hab ja nichts gegen Arbeiten an sich und würde mich auch nicht als faul bezeichnen, aber stumpfsinning acht Stunden das gleiche zu tun, macht mich aggressiv ...hoffen wir das Beste. Ansonsten heul ich mich einfach hier aus, ge?!

Ich hoffe, ihr könnt den auslaufenden Sommer noch mal richtig geniessen?!
Bis bald dann ;)


Mittwoch, 11. August 2010

Immer wieder find´ ich mich

Als hätt´ ich mich verloren

Die Frage nach dem „Wer bin ich?“

Wird immer neu geboren


Nicht selten vergleiche ich

Und suche mich in ihr

Doch öfter noch erfind´ ich mich

Und präsentier mich dir


Dann schaue ich dir dabei zu

Wie du reagierst

Und endscheid´ in aller ruh

Wie viel du sehen wirst


Immer wieder find´ ich mich

Als würd´ ich mich verstecken

Und ich glaub´ ich brauche dich

Um mich zu entdecken

Was ich an Youthhostels so mag, ist, dass man einfach nur da sein muss um Menschen kennen zu lernen. Gestern war ich echt müde und wollte nichts weiter, als mich hinter meinem Comp verstecken - Wifi funktioniert aber nur in der Bar (wie clever) - tja, und da setzt sich eine Gruppe an meinen Tisch: interessante Gespräche und gemeinsame Pläne für heute :)

Meine Reise bis jetzt:
Leeds-London-Whitby-Glasgow-Edinburg-Peebles-Berlin-Warschau-Krakow und jetzt gerade im Endspurt: Prag - und dann gehts nach Aschaffenburg um ordentlich Familienzeit zu geniessen!

Wenn ich jetzt anfangen würde, meine Reise zu reflektieren, würde es sich anfühlen, als wär sie schon vorbei - und ihr hättet Romane zu lesen! Also lass ich das erst mal bleiben. Nur so viel: Seltsamerweise hat mich das viele Neue auch zum Nachdenken über vergangenes gebracht - wer ist die Person, die ich heute bin? Hab ich mich verändert? Weiterentwickelt? Oder kommt einfach nach nach alles raus, was schon immer in mir war? Und wer werde ich sein in 10 Jahren? In fünf? Im nächsten?
Es gibt ein Buch, dessen Titel ich auch über mein Leben schreiben könnte:
ich bin "Mit selber seltsam fremd" - aber ich glaube, dass Gedicht beschreibt es ganz gut...


Samstag, 7. August 2010

Der Himmel ist grau

Die Straße glänzt

Geräusche kommen von irgendwoher

Die Luft ist lau

Die Menge hetzt

Doch ich geniesse den Augenblick sehr


Ich weiß nicht viel über das Leben

Ich weiß nicht, ob ich gut darin bin

Ist es leiden, reden, vergeben?

Ist es die ewige Suche nach Sinn?


Der Himmel ist hier

Berührt uns leicht

Mit jedem Tropfen kommt er auf die Erde

Ich fühle das „wir“

Weiß nicht, ob es reicht

Dass ich Morgen noch glücklich sein werde


Ich weiß nicht viel über das Leben

Ich weiß nicht, ob wir gut darin sind

Ist es das Nehmen, mehr als wir geben?

Weiß ich jetzt mehr als ich wusste als Kind?


Der Himmel wird dunkel

Wir machen uns Licht

Wir haben gelernt, Grenzen zu sprengen

Und wenn Sterne funkeln

Sehn wir das nicht

Ihr Reden soll uns bloss nicht bedrängen


Ich weiß nicht viel über das Leben

Ich weiß nicht, ob wir besser werden

So oft ist es inhaltsloses Streben

Ein wenig Glück, viel Drama - Sterben


Der Himmel ist schwarz

Bin ich depremiert?

Ist es den seltsam, dass ich noch lache?

Doch, glaub mir, ich mag´s

Ich bin zwar verwirrt

Doch das raubt mir nicht jeden Spass an der Sache


Ich weiß nicht viel über das Leben

Und keine Ahnung, ob du gut darin bist

Doch egal welche Dinge sich für dich ergeben

Ich hoff´ dass du nie zu leben vergisst.