Montag, 27. September 2010
Zur Freiheit gezwungen
Ich stutze - habe ich irgendetwas nicht richtig verstanden? Ich lese nochmal - es steht wirklich da: In einem Satz - 'verboten' und 'frei'
Erst Belgien, dann Frankreich und nun wollen auch Syrien, Saudi-Arabien und Ägypten muslimischen Frauen verbieten sich zu verschleiern ( berichtet 'Die Zeit'). Den Letzteren geht es dabei allerdings nicht um die Freiheit der Frauen, sondern um das Ansehen des Islams.
Wie Frauen in machen Ländern unterdrückt werden, finde ich schlimm. Es kann aber doch keine Lösung sein, aus einem Zwang ein Verbot zu machen?! Frauen zu ihrer Freiheit zwingen - oder zu dem, was eine gewisse Weltanschauung für die Freiheit hält.
Bei einem Gespräch mit meinem Lehrer, der einige Jahre in einem muslimischen Land lebte, fühlte ich mich kürzlich ertappt. "Mitleid" war meine Antwort auf seine Frage, was ich empfinde, wenn ich eine verschleierte Frau sehe. Das sei deshalb, weil 'Freiheit' in unserer Kultur das höchste Gut sei. In einer Schamkultur jedoch, gelte 'Ehre' als wichtiger als alles andere. Es könne also sein, dass die Frau unter dem Schleier für mich auch nichts anderes als Mitleid fühlt, weil ich im Gegensatz zu ihr nichts habe, was mich beschützt und vor Schande bewahrt.
Das gibt mir zu denken. Wir alle urteilen aus unseren Weltansichten heraus. Oft unbewusst, da man Dinge, die als 'normal' empfunden werden, selten reflektiert. Das ist in gewissem Sinne in Ordnung, wir sollten uns dessen jedoch bewusst sein. So, wie wir denken und Dinge sehen, werden sie nicht unbedingt auch vom Rest der Welt gesehen. Warum sollte man anderen etwas verbieten, nur weil man es selbst nicht will?! Nein, selbst Alice Schwarzer weiß nicht, was alle Frauen wollen.
Freitag, 17. September 2010

Dorothy L. Sayers, eine weltweit bekannte Krimiautorin, nahm sich die Freiheit jenseits von Kleingeisterei zu glauben und zu zweifeln.
Foto:Tellmewhat/Flickr
Dienstag, 7. September 2010

„Na?“, egal ob im Treppenhaus, im Klassenzimmer, auf der Straße. Überall könnte man diese zwei kleinen Buchstaben in die Sprechblase über die Köpfe derer schreiben, die sich gerade Begegnen.
Aber was will man damit sagen? „Na?“ Ist das eine freundliche Abkürzung für „Nicht Ansprechbar“, Oder „Nicht aufhalten“ (... Bitte)?
Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. „Na?“ Heißt weder „schön dich zu sehen“, noch „ wie geht es dir den?“. Als ernstzunehmende Anmache ist es zu kurz, als Ignorieren zu lang.
„Na?“ Kann alles heißen- also heißt es nichts.
Und wie antwortet man darauf? „Selber Na?!“ ?
Wo kommt dieser Brauch eigentlich her? Es gab doch mal Zeiten, als eine Begrüßung noch Respekt und Nächstenliebe zeigte. Das dahin gemurmelte „how are you?“ Amerikas, dass keine Antwort mehr erwartet, ist schon ziemlich übel. Aber einfach nur „Na?“ ? Also Bitte ...ist unser Wortschatz derart abgemagert?
Bild: Patrick Lentz
Mittwoch, 1. September 2010
Wenn wir schon vorher wissen würden, was gerade die kleinen Schritte in unserem Leben für großer Auswirkungen haben, würden wir dann überhaupt noch gehen?! Würde uns die Angst vor zu unerwarteter Entwicklung nicht aufhalten und unser Leben verlangsamen wie ein Profischachspiel?! Muss den jeder Zug auf alle Möglichkeiten hin durchdacht werden?
Oder wie der Schweizer Pfarrer und Schriftsteller Kurt Marti hat es vielleicht nicht klar, aber dennoch deutlich ausdrückt:
„Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen.“
Ich habe mit dem „einfach mal gehen“ auf jeden Fall durchaus gute Erfahrungen gemacht...
Bin jetzt gerade in Wetzlar und mache ein Praktikum in der Redaktion des Medienmagazins Pro. Es riecht ein wenig nach Zukunft hier! ;)
