voller Kaffeeflecken vom Morgen und Weinflecken vom Abend davor.
Man hält sie in den Händen, versucht, nicht zu zittern. Versucht, klar zu sehen. Versucht, sich zu erinnern, den entziffern geht nicht.
Dann seufzt man, zerknüllt, aber schmeisst nicht weg.
Manchmal ist das Leben eine Einladungskarte.
Schön gemacht, teuer bezahlt. Weiß, mit Blumengravur, nette Worte und persönlich.
Man hält sie in den Händen, wiegt es, fühlt es, versucht zu verstehen, warum man eingeladen wurde und wozu - und warum man nicht hin will.
Manchmal ist das Leben ein Zeitungsartikel.
Man liest die Schlagzeile. Fettgedruckt - sie klingt übertrieben. Man schaut sich das Bild an, es ekelt einen und macht ein wenig traurig, aber nur kurz. Dann blättert man weiter und denkt nicht weiter darüber nach. Der Rest ist langweilig.
Manchmal ist das Leben eine Speisekarte.
Man liest, man denkt, man wählt, man bestellt und dann: " Haben wir nicht." Gut dann -
"Haben wir auch nicht". Was haben sie denn? Und am Ende bekommt man irgendeinen Scheiss, für den man mehr bezahlt als man übrig hat.
Manchmal ist das Leben aber auch wie die Bibel.
Man hat das Gefühl, es ist wertvoll, es ist tief, es ist mehr. Aber man kann es nicht fassen, nicht verstehen. Die Widersprüche dürfen nicht sein. Dinge sind klar und sind es doch nicht. Sie sind einfach - bis man zu begreifen versucht.
Aber irgendwie ist das Leben nie ein leeres, unbeschriebenes Blatt...
liebe lydia, diese vorstehenden Worte haben mich gerade sehr bewegt, zum Nachdenken angeregt und mich gedanklich in eine schwere Zeit zurückversetzt.
AntwortenLöschenSie haben mir aber auch eine wichtige Erkenntnis zurückgebracht: Wofür ich danken darf, beten darf und wie schwer und gut hoffen ist...LEBEN IST WIE ZEICHNEN OHNE RADIERGUMMI....Gruß Heike